Rechenverstärker

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In der Vorbereitungsphase zum Bau des Synchrotrons erhielt die DESY-Kontrollgruppe, damals geleitet von Alfred Krolzig, Anfang der 60er Jahre den Auftrag zur Entwicklung eines Rechenverstärkers. Diese Rechenverstärker (heutige Bezeichnung Operationsverstärker) sollten in der Strahlmesstechnik und der Regelungstechnik Anwendung finden. Eine besondere Herausforderung war die präzise Regelung der Magnetstromversorgung für das geplante Synchrotron. Für den gleichstromüberlagerten 50-Hz-Wechselstrom war eine Genauigkeit von 10-4 gefordert.

Der erste Rechenverstärker wurde von G.Hemmie als dreistufiger Chopper-Transistorverstärker entwickelt. Er hatte noch ungefähr die Baugröße einer sog. Europa-Karte. Das Chopper-Verfahren zum Bau driftarmer, langzeitstabiler und offset-freier Gleichspanungs-Messverstärker war zwar nicht neu, jedoch waren derzeit noch mechanische Chopper üblich. Dieser neuartige Rechenverstärker verfügte dagegen bereits über einen Transistor-Chopper.

Etwa Mitte der 60er Jahre wurde der Rechenverstärker von Wittmark (od. Wittmaak?) miniaturisiert und später in Kooperation mit der Firma Fuba weiterentwickelt und kommerzialisiert.

Die nachstehende Abbildung zeigt die Schaltung des M5-211f aus dem Jahr 1963.

Rechenverstärker M5-211f, Schaltung.png

Rechenverstärker DESY M5-211f, ca. 1963
Rechenverstärker DESY M5-211f, Gehäuse geöffnet
Rechenverstärker DESY M5-211f, Platine, Bestückungsseite
Rechenverstärker FUBA BN-65-204, ca. 1965