Elektrische Anlagen

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Unter Elektrischen Anlagen versteht man den Zusammenschluss mehrerer elektrischer Betriebsmittel. Elektrische Anlagen dürfen nur von einer Elektrofachkraft oder unter deren Leitung und Aufsicht errichtet, geändert und in Stand gehalten werden. Elektrische Anlagen und Betriebsmittel müssen entsprechend ihrer Spannung, Frequenz, Verwendungsart und ihrem Betriebsort Schutz bei indirektem Berühren aufweisen, sodass auch im Fall eines Fehlers in der elektrischen Anlage oder in dem elektrischen Betriebsmittel Schutz gegen gefährliche Berührungsspannungen vorhanden ist.


Elektrische Betriebsstätten

Eine Elektrische Betriebsstätte ist ein Raum oder Ort, der im Wesentlichen dem Betrieb elektrischer Anlagen dient und in der Regel nur von Elektrofachkräften oder elektrotechnisch unterwiesenen Personen betreten wird.

Abgeschlossene elektrische Betriebsstätten

Es gibt bei DESY umfangreiche elektrische Energieanlagen mit unterschiedlichen Spannungsebenen, sowohl für 50 Hz Drehstrom als auch für Gleichstrom. Diese Anlagen werden vorwiegend als „abgeschlossene elektrische Betriebsstätten” geführt. Sie sind entsprechend gekennzeichnet und werden verschlossen gehalten. Der Zutritt - auch in geöffnete Anlagen - ist Unbefugten grundsätzlich nur in Begleitung von Elektrofachkräften oder nach Einweisung erlaubt.

Hochspannungs- und Modulatorräume für Hochfreqenzsender
Die Hochspannungs- und Modulatorräume (HV-Räume) für die Hochfrequenzsender sind abgeschlossene elektrische Betriebsstätten und werden von -MKK- und -MHFe gemeinsam genutzt. Jeder ist für seinen Anlagenteil verantwortlich, wenn keine andere Absprache getroffen wurde. Der Zugang ist nur sachkundigen und eingewiesenen Personen erlaubt. Die Unterweisung erfolgt in Absprache zwischen -MKK- und -MHFe- in jährlichen Abständen. Sie umfasst das Durchführen von Schalthandlungen vor Ort einschließlich der fünf Sicherheitsregeln und das Begehen der Räume. Sie wird schriftlich festgehalten. Der Zugang der HV-Räume ist mechanisch oder elektrisch verriegelt, wenn die Einspeisungen in den HV-Raum nicht getrennt und geerdet sind. Vor dem Betreten müssen alle Kondensatoren entladen und geerdet werden. Wenn die Kondensatoren in Reihe geschaltet sind, muss auch jede Stufe entladen und geerdet werden. Die Entladung sollte grundsätzlich über einen Widerstand vorgenommen werden, weil das Kurzschließen eines geladenen Kondensators einen Spannungsüberschlag und einen lauten Knall verursacht. Die geerdeten Kondensatoren gelten als spannungsfrei, wenn die Erdungseinrichtungen kurzschlussfest sind. Beim Arbeiten in den HV-Räumen müssen die Energiespeicher (z.B. Kondensatoren) und alle betrieblich hochspannungsführenden Teile (z.B. Schienen und Kabel) dauerhaft geerdet sein. Hilfseinspeisungen müssen ebenfalls freigeschaltet und gesichert werden.

Hochspannungsanlagen

Hochspannungsanlagen mit Nennspannungen über 1000 V_AC sind im Allgemeinen die 10 kV-Anlagen der Allgemeinen Stromversorgung und über 1500 VDC die Senderstromversorgungsanlagen. Sie werden von -MKK- geplant, beschafft und betrieben. Die HV-Räume der 500 MHz- und 1 GHz-Sender werden in Absprache mit -MHFe und -MKK- geplant, aufgebaut und genutzt.

Richtlinien für die Planung von Hochspannungsanlagen
Alle Starkstromanlagen mit Wechselspannungen über 1 kV oder Gleichspannungen über 1,5 kV sind grundsätzlich nach VDE 0101 zu errichten. Sie müssen vollständig gegen direktes Berühren geschützt sein oder in „abgeschlossenen elektrischen Betriebsstätten” untergebracht werden. Kabel und Leitungen müssen außerhalb von geschlossenen und überwachten Anlagen einen geerdeten Schirm besitzen, wenn sie mit Wechselspannung > 1,2 kV oder mit Gleichspannungen > 1,8 kV betrieben werden.


DESY-Sicherheitsvorschriften

Sicherheit im Umgang mit elektrischen Geräten und Anlagen