Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung

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G25

Der G 25 enthält eine allgemeine Untersuchung inklusive der Feststellung der Vorgeschichte. Darüber hinaus findet eine Untersuchung des Hör- und Sehvermögens statt. Dabei wird in Abhängigkeit von der jeweiligen Tätigkeit das Vorliegen von Mindestvoraussetzungen

• für die Sehschärfe
• das räumliche Sehen
• den Farbensinn
• das Gesichtsfeld sowie
• das Dämmerungssehen und die Blendungsempfindlichkeit


Regelmäßig findet eine Urinuntersuchung statt, um bestimmte Organfunktionen mit der Gesundheitsstörungen weiter abgeklärt werden können, die für die Beurteilung nach G 25 relevant sind. Sofern nicht ausdrücklich sehr einfache oder langsame Fahrzeuge, Maschinen oder Arbeitsgeräte betroffen sind, von denen nur eine geringe Gefährdung ausgeht, empfiehlt die BG grundsätzlich, allen Beschäftigten, die Fahr-, Steuer- und Überwachungstätigkeiten durchführen, eine arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung nach G 25 anzubieten

G26.3

Die arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung nach dem berufgenossenschaftlichen Grundsatz G 26.3 hat die Aufgabe festzustellen, ob bei der untersuchten Person gesundheitliche Bedenken gegen das Tragen von Atemschutzgeräten der Gruppe 3 bestehen.

Die Untersuchung selbst kann nur von einem hierfür durch die Berufsgenossenschaft ermächtigten Arzt/Ärztin durchgeführt werden.


Untersuchungsfristen


Die Erstuntersuchung muss vor Aufnahme einer Tätigkeit mit Verwendung von Atemschutzgeräten der Gruppe 3 erfolgen,

die Nachuntersuchungen bei unter Fünfzigjährigen im Abstand von drei Jahren,bei über Fünfzigjährigen jährlich.


Untersuchungsumfang


Der im Grundsatz 26.3 beschriebene Umfang der Untersuchung stellt eine Empfehlung an den untersuchenden Arzt dar, bei der dieser prinzipiell Entscheidungsspielräume hat.

Aufgrund der hohen körperlichen und psychischen Belastung von Atemschutzgeräteträgern der Feuerwehr und den damit verbundenen Risiken für die Sicherheit und Gesundheit nicht nur des einzelnen Atemschutzgeräteträgers, sondern auch seiner Einsatzkollegen, sollte sich jedoch der Untersucher eng an die im G 26.3 formulierten Vorgaben halten.

Die Untersuchung besteht aus:

  • Befragung durch den Arzt (Anamnese),
  • körperliche Untersuchung mit Otoskopie (Inspektion der Gehörgänge und Beurteilung der Trommelfelle),
  • Sehtest,
  • Hörtest,
  • Lungenfunktionsprüfung (Spirometrie),
  • Belastungs – EKG (Ergometrie),
  • gegebenenfalls Röntgenuntersuchung von Herz und Lunge (Röntgen-Thorax)
  • und einer Urinanalyse.

G37

Der G 37 konkretisiert die Bestimmungen der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge. Die große Mehrheit der Bildschirmarbeiter/-innen hat nach diesem Grundsatz die Möglichkeit sich regelmäßig arbeitsmedizinisch untersuchen zu lassen.

Untersuchungsprogramm


Die Untersuchung gliedert sich nach dem G 37 in zwei Teile.


1. Allgemeine Untersuchung Anamnese

Der untersuchende Arzt hat die Vorgeschichte zu erheben, also eine Anamnese vorzunehmen. Dabei fragt er nach gesundheitlichen Beeinträchtigungen, wie:

  • Augenbeschwerden und Augenerkrankungen
  • Beschwerden und Erkrankungen des Bewegungsapparates
  • Neurologische Störungen
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Bluthochdruck
  • Dauerbehandlung mit Medikamenten


Arbeitsanamnese

Außerdem muss eine Arbeitsanamnese erfolgen, d.h. hier geht es um die Arbeitsbedingungen bspw.:

  • Wie sieht der Arbeitsplatz aus?
  • Welche Arbeitszeiten gibt es?
  • Welche Arbeitsaufgaben sind zu erfüllen?

Durch die Arbeitsanamnese lässt sich z. B. die optimale Sehhilfe feststellen, die den jeweiligen Arbeitsaufgaben zu entsprechen hat. So erfordert ein Arbeitsplatz mit Publikumsverkehr auch Sehschärfe in der Ferne.


2. Spezielle Untersuchung Sehtest

Eine geschulte Person (z.B. der Arzthelfer oder die Arzthelferin) überprüft mit einem Siebtest das Sehvermögen. Das umfasst:

  • Sehschärfe
  • Räumliches Sehen
  • Stellung der Augenachsen
  • Farbensinn
  • Zentrales Gesichtsfeld